Machen, Macht und Wahnsinn

Die letzten Jahre machen sie mehr und mehr Schlagzeilen. Die Machthungrigen und Machtbessessenen. Die sich selbst behaupten und damit über andere hinwegsetzen und sie mit modernen Medien und Mitteln kleinmachen und kleinhalten. „Self-made-men“, die über Leichen gehen (oft im wörtlichen Sinn).

Mitten im ersten Teil der Bibel finden wir eine Rede, die ein anderes Denken zeigt. Ein dankbarer Blick, der auf gute Erfahrungen zurück und nach vorne schaut. Da geht es um Freude und Vorrechte, die jemand genießt, um Autorität, die nicht unterdrückt, sondern mein und das Allgemeinwohl im Blick hat. Es ist ein dickes Lob, aber keine Lobhuddelei. Und es stellt uns Menschen an den richtigen, uns zustehenden Platz.

„Erkennt, dass der Herr Gott ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst. Zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.“

Psalm 100, Vers 3

Wie oft denken wir von uns als einer einsamen Größe. Jeder sei seines Glückes Schmied. Aber gerade in unserer Zeit merken wir, dass die Schmieden des Egoismus unsere klare Sicht vernebeln und unsere Umwelt zerstört haben.

In diesem alten Lied sieht sich jemand in Bezug auf Gott. Er sagt: „ER hat uns gemacht und nicht wir selbst. Wir sind sein Volk“, d.h wir leben auf seinem Land, auf seiner Erde und sollen es verwalten (Genesis 2,15 „bebauen und bewahren“). Da geht es um ein verliehenes Privileg, ein „Lehen“, eine Erbpacht des Menschen, für die er sich vor Gott verantworten soll.

Im Verhältnis zu Gott ist der Mensch wie ein Schaf. Das mag uns wenig erstrebenswert erscheinen, hatte aber keine abwertende Bedeutung für die Hirtenvölker der Antike. Eine Herde weidet, sie wird erhalten durch die Fürsorge des Hirten. Er leitet sie. Leider führen uns menschliche Leiter oft, wenn auch zum Teil ungewollt, in die Irre und an den Abgrund. In der Geschichte gab und gibt es aber auch immer wieder Menschen, die ihre Leitungsaufgaben unter Gott stellten. Das entspannt, da braucht keiner krampfhaft seine Position und seine Krone festzuhalten.

Der Schreiber dieser Rede, die zum Lied wurde, fordert alle Menschen auf, das auszuprobieren. „Erkennt“ – das ist nicht nur ein logischer Vorgang, sondern etwas das mit Erfahrung belegt wird. Eine qualitative Studie liegt diesem Bericht zu Grunde.

Wir treffen uns als Christen in der Stadtmission Michelstadt. Was in Psalm 100 steht, ist auch unsere Erfahrung in ganz verschiedenen Lebensumständen. Gott ist vertrauenswürdig und kompetent. Und wir möchten miteinander und mit Ihnen diese Erfahrung gemeinsam machen. Erkennen, wie sich Leben mit Gott  auswirkt. Sie sind herzlich eingeladen.

Pastor René Bredow