Ist Gott im „Home-Office“ oder „in der WG“?

Dieser Tage feiern Christen zwei wichtige Feste. Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Kürzlich las ich diese Sätze: „Himmelfahrt oder: Als Jesus begann, wieder von zuhause aus zu arbeiten.“„Pfingsten oder: Der Tag, an dem Jesus den Menschen als Zuhause wählte.“

Jesus ist in die unsichtbare Wirklichkeit Gottes zurückgekehrt. Seinen Leuten hat er versprochen: Johannes 12,32 „Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ Gott hat in Jesus die Erde nicht einfach ‚besucht‘, er hatte einen Plan. Er will uns (wieder) bei sich haben. Dafür kam Jesus, dafür starb er am Kreuz, denn das meinte das „erhöht von der Erde“ zuerst. Wie ein Bergretter sein Leben einsetzt um einen Verletzten in den Hubschrauber zu ‚ziehen‘, gab Jesus alles, sogar sein Leben, um uns alle wieder zu Gott zu bringen. Aber damit ist sein Einsatz nicht beendet. Im Philipperbrief (Kapitel 2) ist beschrieben, dass er nun den weiteren Einsatz koordiniert. Gott hat ihn sozusagen ‚befördert‘. Der Tag, an dem Jesus „in den Himmel fuhr“, ist sein Krönungstag. Als Gott ehren ihn Christen als den Größten und die Liebe zu ihm als das Wichtigste im Leben. Sie nennen ihn „Herr“ ihres Lebens. Das stößt auf heftigen Widerstand bei Herrschern in totalitären Systemen, aber auch auf innere Ablehnung bei vielen, die selbstbestimmt leben wollen.

Die ersten Jesus-Leute dachten, dass nach der Auferstehung allen Menschen alles klar werden würde (Apostelgeschichte Kapitel 1). Sie sahen sich schon in himmlischen Zuständen. Aber ihre Lehr- und Wanderjahre bei Jesus damals wurden ohne ihn fortgesetzt und das bis heute. Den entscheidenden Unterschied macht Pfingsten. Da kam Gott nämlich wieder bei ihnen an. Der Heilige Geist kam in ihr Leben. Nicht als Controller, sondern als WG-Bewohner. Zu zweit auf engem Raum lernt man sich kennen. Christen kennen Gott durch seinen Geist sozusagen aus eigener Erfahrung. „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes bekommen!“ hatte Jesus versprochen (Apostelgeschichte Kapitel 1, Vers 8). Aber nicht zum eigenen Vergnügen oder Hausgebrauch. Der Heilige Geist in den Menschen, die Jesus an-„zieht“, zeigt ihnen, was zu ihrem Status als Christen passt und was nicht. Er erinnert sie, hilft ihnen das anzuwenden, was Gott will. Er befähigt sie als Zeugen davon zu reden, was Jesus für alle tat und was es heute in unseren Umständen bedeutet und bewirkt: „Ihr werdet meine Zeugen sein!“ (Apostelgeschichte Kapitel 1, Vers 8). Und er will allen Menschen die Augen öffnen für Gottes Wirklichkeit. Man muss ihn nur einladen, Gott ist nur ein Gebet von uns entfernt.

Pastor René Bredow

Copyright Zeichnung: Karsten Drescher, Halver